Du willst endlich anfangen mit ETFs – aber wie genau? Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch den kompletten Prozess. Kein Vorwissen nötig. Du brauchst etwa 10 Minuten und ein Smartphone oder einen Laptop.
Wenn du noch nicht weißt, was ein ETF ist, schau zuerst in unseren Grundlagen-Artikel – 8 Minuten, und du bist startklar.
Warum ein Sparplan und nicht Einmalanlage?
Wer hat schon monatlich 10.000 € zum Investieren? Die meisten können kleinere Beträge regelmäßig beiseitelegen. Genau dafür ist der Sparplan gemacht: du investierst jeden Monat einen festen Betrag – vollautomatisch, ohne emotionalen Stress.
Dazu kommt ein entscheidender Vorteil: der Cost-Average-Effekt.
Der Cost-Average-Effekt
Wenn du jeden Monat denselben Betrag investierst, kaufst du automatisch mehr Anteile, wenn die Kurse niedrig sind – und weniger, wenn sie hoch sind.
Über Zeit gleicht sich das aus: Du kaufst im Schnitt günstiger, als wenn du einmalig zum falschen Zeitpunkt alles auf einmal investierst.
Fazit: Ein Sparplan schlägt den Versuch, den perfekten Einstiegszeitpunkt zu finden – weil dieser Zeitpunkt nicht existiert.
Ein weiterer Vorteil: weniger emotionaler Druck. Du musst nicht entscheiden, ob gerade ein guter oder schlechter Moment ist. Der Sparplan läuft einfach. Ideal für Einsteiger.
Die Voraussetzungen – was du brauchst
Bevor wir starten, kurz die Checkliste:
- Ein Depot bei einem Online-Broker: Richtest du gleich ein – dauert 5–10 Minuten.
- Eine deutsche IBAN: Für die monatliche Abbuchung durch den Broker.
- Mindestens 25 € im Monat: Manche Broker starten ab 1 €. 25–100 € sind ein guter Einstieg.
- Einen Notgroschen, der bereits steht: Investiere nie Geld, das du als Reserve brauchst.
Noch keinen Notgroschen? Dann solltest du erst einen Notgroschen aufbauen – das ist die wichtigste Grundlage vor dem ersten Investment.
Schritt 1 – Broker auswählen
Ein Broker ist dein Zugang zur Börse. Ohne ihn kannst du keine ETFs kaufen. Für Einsteiger empfehlen wir günstige Online-Broker – kein Filialnetz, dafür null oder kaum Kosten.
Broker auswählen
Für Einsteiger empfehlen wir Trade Republic oder Scalable Capital. Beide sind kostenlos, reguliert und ideal für den Start. Trade Republic ist etwas einfacher (App-only), Scalable bietet mehr ETF-Auswahl. Den ausführlichen Vergleich findest du in unserem Broker-Vergleich.
| Broker | Sparplan ab | Kosten | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Trade Republic * | 1 € | Kostenlos | App-only, sehr einfach, 4 % auf Verrechnungskonto |
| Scalable Capital * | 1 € | Kostenlos (Free Plan) | Mehr ETF-Auswahl, auch Web-Version |
| ING | 1 € | Kostenlos | Etablierte Bank, breites Angebot |
Schritt 2 – Depot eröffnen
Die Kontoeröffnung läuft komplett online – kein Papierkram, kein Filialbesuch.
Depot eröffnen
App herunterladen oder Website aufrufen → Registrieren mit E-Mail und Passwort → Legitimation per Video-Ident oder Foto-Ident (ca. 5 Minuten) → IBAN hinterlegen für die monatliche Abbuchung. Fertig. Dein Depot ist in der Regel innerhalb von 24–48 Stunden aktiviert und einsatzbereit.
Schritt 3 – Den richtigen ETF wählen
Du musst nicht die perfekte Wahl treffen – es gibt keine. Für Einsteiger gibt es zwei bewährte Optionen, die du einfach nehmen kannst:
ETF auswählen
iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983) – über 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern, TER 0,20 %, thesaurierend. Oder: Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN: IE00B3RBWM25) – noch breiter, inkl. Emerging Markets, TER 0,22 %, ausschüttend. Beide sind seit Jahren etabliert und bei fast jedem Broker sparplanfähig.
UCITS steht für ein EU-weites Regulierungsframework für Investmentfonds. Jeder ETF mit UCITS-Zertifizierung ist in Deutschland legal handelbar, unterliegt strengen Anlegerschutzregeln und muss bestimmte Mindeststandards erfüllen. Kurz: Es bedeutet, dass du als Anleger gut geschützt bist.
Beide empfohlenen ETFs investieren nach dem thesaurierenden Prinzip (MSCI World) bzw. dem ausschüttenden (FTSE All-World). Für langfristigen Vermögensaufbau ist thesaurierend oft sinnvoller – Dividenden werden automatisch reinvestiert, der Zinseszinseffekt arbeitet ohne dein Zutun.
Schritt 4 – Sparplan-Höhe festlegen
Sparbetrag festlegen
Starte mit einem Betrag, den du nicht vermisst. Lieber 25 € konsequent als 200 € und dann beim ersten schlechten Monat abbrechen. 100 €/Monat ist ein guter Richtwert für viele Einsteiger.
100 €/Monat · iShares MSCI World (IE00B4L5Y983)
Hochrechnung bei ~7 % p.a. – vereinfacht, keine Garantie
Nach 10 Jahren
~17.400 €
+5.400 € Rendite
Nach 20 Jahren
~52.400 €
+28.400 € Rendite
Diese Zahlen sind keine Garantie. ETF-Renditen schwanken von Jahr zu Jahr. Historisch hat der MSCI World langfristig ~7–8 % p.a. erzielt – aber vergangene Renditen sind kein Versprechen für die Zukunft. Investiere nur Geld, das du langfristig nicht brauchst.
Schritt 5 – Ausführungsdatum wählen
Ausführungsdatum festlegen
Du wählst, an welchem Tag im Monat der Sparplan ausgeführt wird. Der 1. oder 15. des Monats ist klassisch – direkt nach dem Gehaltseingang. Langfristig macht das Datum kaum einen Unterschied. Wähle irgendeinen und leg los. Perfektionismus bremst hier nur.
Schritt 6 – Sparplan ausführen lassen
Sparplan aktivieren
Sparplan im Broker einrichten und aktivieren – fertig. Ab jetzt kauft der Broker automatisch ETF-Anteile am gewählten Datum. Das Geld wird von deinem Konto abgebucht, Anteile landen im Depot. Du musst nichts mehr tun. Das ist der Punkt, an dem Vermögensaufbau auf Autopilot läuft.
Sparplan-Fehler, die du vermeiden solltest
Fast alle Einsteiger machen dieselben fünf Fehler. Hier sind sie – damit du sie nicht wiederholen musst.
- Den Sparplan bei Kursrückgang pausieren: Genau dann kaufst du günstig! Wer bei -20 % pausiert, verpasst die günstigsten Anteile des Jahres.
- Zu viele verschiedene ETFs kaufen: Ein guter Welt-ETF reicht für den Anfang. Zehn ETFs bedeuten nicht zehnmal mehr Diversifikation – nur mehr Aufwand.
- Täglich den Depotstand checken: Das führt zu emotionalen Entscheidungen. Einmal im Quartal reicht vollkommen – oder seltener.
- Zu spät anfangen: Zeit ist dein wichtigster Verbündeter beim Investieren. Wer mit 25 statt mit 35 anfängt, hat am Ende oft das Doppelte.
- Keinen Notgroschen haben: Wer bei einer Krise ETF-Anteile verkaufen muss, um Rechnungen zu zahlen, verliert oft genau dann Geld, wenn die Kurse am Boden sind.
Was du nach der Einrichtung tun (und lassen) solltest
TUN
- Einmal pro Jahr prüfen, ob der Sparplan noch zur Lebenssituation passt
- Sparrate erhöhen, wenn das Gehalt steigt
- Freistellungsauftrag beim Broker einrichten (1.000 € p.a.)
LASSEN
- Sparplan bei schlechten Nachrichten pausieren
- Versuchen, den Markt zu timen – das klappt langfristig nicht
- Täglich ins Depot schauen und nervös werden
Fazit
Ein ETF-Sparplan mit 100 €/Monat ist in 10 Minuten eingerichtet – und kann dein finanzielles Leben langfristig verändern. Du brauchst kein Expertenwissen, keinen teuren Berater und kein perfektes Timing.
Du brauchst drei Dinge: einen günstigen Broker, einen guten ETF und die Disziplin, den Sparplan laufen zu lassen. Der Rest erledigt sich selbst.
Der beste Zeitpunkt war gestern. Der zweitbeste ist heute. Schau dir jetzt unseren Broker-Vergleich an und leg los.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld brauche ich für einen ETF-Sparplan?
Bei vielen Brokern startest du ab 1 € pro Monat. Empfehlenswert sind mindestens 25–50 €, damit du langfristig einen spürbaren Vermögensaufbau siehst. Mit 100 €/Monat bist du schon sehr gut dabei.
Welcher ETF ist der beste für Einsteiger?
Der iShares Core MSCI World (IE00B4L5Y983) oder der Vanguard FTSE All-World (IE00B3RBWM25) sind klassische Einsteiger-ETFs. Beide sind breit diversifiziert, günstig und bei allen großen Brokern sparplanfähig.
Kann ich den Sparplan jederzeit stoppen oder ändern?
Ja. Du kannst den Sparplan jederzeit pausieren, die Höhe ändern oder ganz stoppen – ohne Gebühren oder Strafen. Deine bereits gekauften ETF-Anteile bleiben in deinem Depot.
Ist ein ETF-Sparplan sicher?
ETFs sind kein Tagesgeld – sie schwanken. Langfristig (10+ Jahre) haben breit gestreute ETFs wie der MSCI World historisch jedoch immer positive Renditen erzielt. Wichtig: Investiere nur Geld, das du langfristig nicht brauchst.
Muss ich Steuern auf ETF-Gewinne zahlen?
Ja. In Deutschland gilt die Abgeltungssteuer (25 % + Soli). Dein Broker führt die Steuer automatisch ab. Du hast jedoch einen Freistellungsauftrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € bei Paaren) – den unbedingt beim Broker einrichten!
Nächster Schritt
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